Der allseits beliebte „wohlverdiente Ruhestand“ ist
ein Thema, welches derzeit in unserem Land sehr kontrovers diskutiert wird. Aus diesem Grund möchte ich mit dieser/meiner Darstellung „eine Lanze für unsere Rentner-Generation brechen“.
Was bei den Naturvölkern, von denen wir uns bekanntermaßen bereits Lichtjahre entfernt haben, in vielen Fällen noch zur gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit zählt, ist bei uns zu einem müden
und traurigen Dasein verkümmert. Gemeint ist hiermit unter anderem der Respekt und die Hochachtung vor dem Alter. In Würde alt zu werden ist in den vergangenen Jahren für viele der älteren Generation zu einem echten Überlebenskampf mutiert.
So kann leider in vielen Fällen nicht mehr von einem „sonnigen Lebensabend“ gesprochen werden. Und man möge mir bitte jetzt nicht mit den Sätzen kommen:
„Hätten sie sich damals einen Job gesucht, der besser bezahlt gewesen wäre“, oder „Hätten sie was richtiges gelernt, dann wäre heute die Rente besser“, oder „Niemand hat sie dazu gezwungen Kinder in die Welt zu setzen“.
Die Frage ist: Kann man es sich wirklich so einfach machen? Die Antwort: Nein! Ganz so einfach kann man es sich tatsächlich nicht machen! Denn nicht alle Menschen besitzen den gleichen Intellekt, die gleichen Fähigkeiten, die gleiche Schulbildung und schon gar nicht den gleichen familiären Background.
Doch was alle gemeinsam haben ist, daß sie ihren Beitrag zu einer funktionierenden Gesellschaft geleistet haben.
Also was ist hier passiert?
Letztendlich haben unsere Rentner die aktuelle Situation beileibe nicht selbst verursacht. Nein, in diese Lage sind sie gekommen, weil sie in den Augen vieler Verantwortlicher nur noch als unproduktiver Ballast gesehen werden. Der sogenannte „Generationenvertrag“ ist schon vor Jahren gescheitert, was aber immer vehement dementiert wurde, bis es sich nicht mehr von der Hand weisen ließ.
Nur so sind Tatsachen zu erklären, daß manche der Betroffenen sich nur mit dem Sammeln von Pfandflaschen über Wasser halten können.
Daß Rentenerhöhungen – von unseren Politiker gefeiert – im Irrsinn der ins uferlos steigenden Lebenshaltungskosten und Inflation verpuffen. Daß Mieten für würdevollen Wohnraum, in unbezahlbare Dimensionen wuchern. Daß die in Kürze greifende Besteuerung von 100% der Renteneinkünfte den ohnehin finanzschwächeren Teil der Bevölkerung extrem hart trifft und – daß nun über ein
„Soziales Jahr für Rentner“ nachgedacht wird.
Ein soziales Jahr – für Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben? Hier muß man sich doch einmal fragen: War ihr Beitrag für diese Volkswirtschaft nicht soziales Engagement genug?
Ja – es ist richtig! Auch heute gibt es Ruheständler, denen es wirklich gut geht. Und dies sei ihnen gegönnt.
Dennoch! Wir können schon aus ethischen Gründen um die oben geschilderten Beispiele nicht herum schauen, auch wenn diese sicher nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben.
Nun – leider können wir das Rad der Zeit nicht zurückdrehen und so wird sich ein lösungsorientierter Ansatz wohl nur nur mit großer Anstrengung finden lassen. Nur gut, daß die Hoffnung bekannter Maßen zuletzt stirbt.
Mit einem wichtigen Gedanken möchte ich diesen Text ausklingen lassen.
Bedenken wir: Jünger werden wir alle nicht! Und so sind wir – jeder Einzelne – für das Gesamtbild, welches eine Bevölkerung nach außen präsentiert, verantwortlich. Und hierzu zählt zweifelsohne unter Anderem auch der Umgang mit unseren Eltern,
Großeltern und Urgroßeltern.
JP
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