Die Wahrheit hinter dem Krieg: Was der russische Botschafter wirklich sagt

Ein Presseartikel über das Gespräch mit Sergej Newrow in Berlin.

Es ist ein Gespräch, das in der aktuellen deutschen Medienlandschaft kaum noch möglich erscheint: Ein deutscher Journalist spricht mit dem russischen Botschafter in Berlin – ohne vorherige Absprachen, ohne Zensur, ohne Filter. Was dabei ans Licht kommt, sind Aussagen, die geeignet sind, das vorherrschende Bild vom „russischen Angriffskrieg“ grundlegend infrage zu stellen. Der Botschafter der Russischen Föderation in Deutschland, Sergej Newrow, hat in einem ausführlichen Interview Stellung bezogen zu den drängendsten Fragen unserer Zeit: Ist ein Krieg auf deutschem Boden wahrscheinlich? Wie konnte es zu dieser Eskalation kommen? Und wie könnte ein Frieden aussehen?

Dieser Artikel lädt dazu ein, die dargestellte Perspektive als Beitrag zur gesellschaftlichen Debatte über den Ukraine-Konflikt, die deutsch-russischen Beziehungen und die Gefahr eines Dritten Weltkriegs zu verstehen.

Die Einbestellung: Ein unerhörter Vorgang in der Nachkriegsgeschichte

Der russische Botschafter Sergej Newrow wurde nach einem Drohnenvorfall in Leipzig ins Auswärtige Amt einbestellt. „Das gehört eigentlich zur normalen diplomatischen Praxis“, erklärt Newrow. „Falls der Aufnahmestaat etwas sagen, demonstrieren oder irgendwelche Gefühle zum Ausdruck bringen will – Unzufriedenheit insbesondere mit irgendwelchen Aktionen –, dann ist es ganz normal, dass der Botschafter eines Sendestaates ins Auswärtige Amt einbestellt, zitiert oder eingeladen wird.“ Er überlasse es dem Journalisten, wie er das nennen möchte. „Und ihm wird erzählt, wo eigentlich der Hund begraben liegt, was der Regierung in den Schuhen drückt. Und dann kommt es zu einem Gespräch, Argumente, Gegenargumente.“

Newrow bestätigt: „Sie haben recht, das wurde in den Zeitungen berichtet. Ich wurde einbestellt. In Zusammenhang mit diesem sogenannten Präzedenzfall oder Inzident in Leipzig, angeblich von irgendwelchen russischen Diversanten oder wie man sie nennt – also irgendeine Provokation. Das betrachten wir so, das nehmen wir nicht hin. Von unserer Seite betrachten wir das als eine gezielte Provokation.“

Er betont: „Ich möchte in diesem Fall nicht die Deutschen zitieren, bei denen die Vergleiche immer hinken, wie gesagt. Und ich bin nicht einverstanden, wenn einige deutsche Kollegen sagen, das sei gleich – das möchte ich nicht sagen, damit bin ich nicht einverstanden. Aber als eine pure Provokation gegen Russland, absolut beweislos, ohne Argumente, ohne richtige Argumente, die den gesamten Vorfall irgendwie begleiten sollen.“

Die Maßnahmen, die gegen Russland eingeführt wurden, seien „drastisch und enorm streng, was wir eigentlich früher noch nie gekannt haben. Und das brachte die Situation in eine Lage, die wir, ich würde sagen, nach dem Weltkrieg noch nie gehabt haben in unserem bilateralen Verhältnis.“

Die Schließung der Generalkonsulate: Ein beispielloser Vorgang

Newrow berichtet: „Das macht uns Sorgen, wirklich Sorgen, nicht nur deswegen, weil wir alle fünf Generalkonsulate schließen müssen, insbesondere das große Generalkonsulat in Nordrhein-Westfalen, die ehemalige Botschaft der Sowjetunion und der russischen Föderation, in den kürzesten Fristen, ein bisschen mehr als zwei Wochen. Das ist absolut unerhört, und so etwas gab es noch nie in unserem bilateralen Verhältnis.“

Er erwähnt auch das Russische Haus für Wissenschaft und Kultur in Berlin, Friedrichstraße, „wo das Personal praktisch nur eine Woche bleibt und am Sonntag oder Dienstag alle Mitarbeiter des Hauses, Entsandte aus Russland, Deutschland ebenfalls verlassen müssen. Sogar im Vergleich mit den früheren Sanktionen gegen Russland in Bezug auf die anderen vier Generalkonsulate in Leipzig, München, Frankfurt und Hamburg ist die Situation noch akuter, weil die Fristen sehr knapp sind und die Leute sehr schnell ihre sieben Sachen packen müssen und alles, was dazugehört. Es ist sehr traurig.“

Er betont: „So etwas gab es in der Nachkriegsgeschichte in unseren bilateralen Verhältnissen nicht. Wir betrachten das – und unsere politische Führung unseres Landes betrachtet das – als einen schweren politischen Fehler. Das bleibt natürlich nicht spurlos und nicht ohne Reaktion. Schade ist, dass das deutsch-russische Verhältnis auf einem tiefsten Punkt steht und das Vertrauen sehr stark zerstört ist.“

„Wir haben Deutschland nichts angetan“: Die Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen

Newrow betont: „Wir haben Deutschland nichts angetan. Überhaupt in der gesamten Nachkriegsgeschichte haben wir uns bemüht, mit den deutschen, vernünftigen deutschen Politikern aller Parteien – egal ob schwarz, blau, rot, violett ist egal – eine gemeinsame Sprache zu finden. Zum beiderseitigen Nutzen. Wir haben für Deutschland nur Gutes getan, ganz zu schweigen von der Vereinigung 1990, ganz zu schweigen von einem einzigartigen Aufbauwerk in Bereichen der Zusammenarbeit, gutnachbarschaftliche Partnerschaft und Zusammenarbeit.“

„Das war, würde ich sagen, ein Motto für das deutsch-russische Verhältnis. So viele Präferenzen von der Annäherung an unser Land, die Sowjetunion und Russland, hat – das ist meine tiefe persönliche Überzeugung, das steht nicht in irgendwelchen Papieren –, hat kein anderes westliches Land bekommen. Ganz zu schweigen davon, dass es nicht leicht war, den Aussöhnungsprozess zu ebnen, nachdem wir 27 Millionen im Zweiten Weltkrieg verloren haben, wissen Sie. Und trotzdem haben wir diesen historischen Aussöhnungsprozess geebnet und sehr viel erreicht. Das Vertrauen haben wir erreicht. Familienzusammenführung. Die größte russischsprachige Gemeinschaft ist in Deutschland. Das war auch ein Zeichen des Vertrauens.“

Jetzt könne man diese Leute nicht mehr konsularisch bedienen. „Können Sie sich vorstellen? Und da sind ordentliche Mitglieder der deutschen Bevölkerung, die sind alle beschäftigt, die zahlen Steuern, die sind ganz normale, gut integrierte Mitglieder, die sprechen alle Deutsch, ihre Familien sprechen Deutsch und Russisch, und jetzt sind sie in einer sehr schwierigen Situation, weil sie diese konsularischen Dienste nicht richtig in Anspruch nehmen können.“

Die wirtschaftliche Zusammenarbeit: 83 Milliarden Euro Handel

Newrow erinnert an die wirtschaftliche Dimension: „Deutschland war Partner Nummer 1, was zum Beispiel Wirtschaft und Handel anbetrifft. Der größte Warenaustausch, das größte Volumen lag mit 83 Milliarden Euro noch 2013, wenn ich mich nicht irre. Eine absolut gegenseitig profitable Situation. Es war keine Einbahnstraße. Für beide Seiten von riesigem Nutzen. Mehr als 6000 deutsche Unternehmen auf dem russischen Markt, und wie die Russen sagen: alle waren in der Schokolade. Mehr als 30 Jahre, manche Familienbetriebe, Mittelstand, Kleinbetriebe – alles in Ordnung. Immer noch gibt es Leute, die tapfer genug sind und sich dem politischen Druck nicht beugen und die bleiben und weiterarbeiten möchten. Alles passt sehr gut. Management, Personalpolitik, Rohstoffe, Kundschaft, Beziehungen zu den Behörden.“

Auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit: „400 Partnerschaften zwischen Universitäten und Forschungseinrichtungen. Absolut einzigartig. Dialog der Zivilgesellschaften. Mit keinem anderen Land gab es so tolle Gesprächsforen wie zwischen Russland und Deutschland. Ich nehme den Petersburger Dialog zum Beispiel, von der höchsten Ebene abgesegnet und besucht, mit 150 Leuten auf beiden Seiten, alle 12 – glaube ich – 12 Rundtische, Gesprächstische in allen möglichen Bereichen. Wir sprechen über alles, auch kritisch. Das ist normal. Das Deutsch-Russische Forum, sehr populär, und ganz zu schweigen von der Kultur, wissen Sie, die besten Traditionen der deutsch-russischen kulturellen Zusammenarbeit, die Gastspiele beidseitig, das Russische Haus in der Friedrichstraße, da kamen die berühmtesten russischen Künstler. Die deutsche Literatur, die deutsche Musik wird in Russland immer noch gespielt oder vorgeführt, und wir haben keine Probleme mit dem Nussknacker, wissen Sie.“

„Wir haben überhaupt nicht die Absicht, die deutsche Kultur zum Beispiel zu verunglimpfen oder, wie man schön sagt, zu canceln. Jedes Schulkind kennt deutsche Märchen von Hauff, die Bremer Stadtmusikanten, und zweimal verfilmt. Sprechen Sie mal mit den Russen. Die werden Ihnen das alles genau sagen.“

„Wir haben keine einzige Brücke zerstört“

Newrow betont: „Die heutige Situation betrachten wir als die Eskalation. Das haben wir nicht verdient, und das macht viele, viele, viele Gedanken. Auf alle Fälle die ganze Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen. Sie fragen nach den vielen Jahren, in denen in den letzten paar Jahren etwas schiefgegangen ist. Wir haben keine einzige Brücke aus unserer Initiative zerstört. Keine einzige Brücke, kein einziges Abkommen, keine einzige Partnerschaft haben wir aus unserer Initiative zerstört.“

„Wir haben immer noch, glaube ich, mindestens der Form nach 110 Städte- und Gemeindepartnerschaften inzwischen, die meisten eigentlich in Nordrhein-Westfalen – wenn wir schon in Köln sitzen –, Köln, Wolgograd, Düsseldorf, Moskau, eine der ältesten Partnerschaften, Essen, Nischni Nowgorod, Pskow. Die meisten hier, und das war alles Austausch von Schülern und Studenten. Das gehörte auch dazu. Alles war gut. Wir haben nichts von uns aus zerstört, und wir bedauern sehr, dass einige deutsche Politiker, einige westliche Politiker diesen Weg der Zuspitzung und der Zerstörung des Vertrauens gehen.“

Die angebliche Bedrohung: „Wir wollen keinen Krieg mit der NATO“

Newrow zitiert aus deutschen Zeitungen: „2030 muss Russland einen Krieg anfangen gegen Deutschland – oder irre ich mich, oder steht das nicht in den Zeitungen? Ich zitiere nur. Wir haben schon auf allen Ebenen gesagt: Wir wollen keinen Krieg mit der NATO, wir wollen keinen Krieg gegen Deutschland. Hätten wir wirklich gewollt, in Leipzig etwas anzurichten, könnte das, wie Sie ganz bestimmt wissen, ganz anders aussehen. Aber wir haben nicht die geringste Absicht, die Bevölkerung zu provozieren oder die Regierung zu provozieren.“

Er betont die historischen Beziehungen zu Sachsen: „Wir haben tolle Beziehungen mit Sachsen seit Jahrhunderten. Das älteste Generalkonsulat oder die Konsulate in Deutschland damals in Sachsen oder in Preußen war Leipzig, Katharina I., II., und der Kurfürst am Ende des 18. Jahrhunderts, 250 Jahre, stand nur einmal wurde geschlossen. Sie können dreimal raten, wann. Und was haben wir jetzt? Die Frage ist: warum?“

„In Sachsen haben wir tolle, immer tolle Beziehungen mit Sachsen schon seit Peter dem Ersten oder dem Starken – heißt wie Karl, glaube ich. Karl der Große. Ja. Karl der Große war dort. Ja. Der August der Starke.“

Die Rolle der Medien: „Die Russen sind schlecht“

Newrow erklärt, wie die Stimmung sich gedreht hat: „Putin kennt Ihr Land vielleicht besser als jeder ausländische Politiker der Welt. Er kennt Ihr Land, er hat hier gearbeitet, er kennt sehr gut Ihre Sprache. Er spricht sehr gut Deutsch und hat eben Deutsch mit vielen deutschen Politikern gesprochen. Er spricht immer noch und gebraucht immer noch deutsche Redewendungen im Gespräch mit den früheren deutschen Politikern. Die heutigen deutschen Politiker brauchen wohl keinen Dialog.“

„Aber wenn man der Bevölkerung immer wieder sagt auf allen Ebenen und in allen Medien: Die Russen sind schlecht, die Russen sind Aggressoren, Putin ist schlecht – und so keine andere Information haben sie. Die Bevölkerung ist von der anderen Information abgeschnitten. Unsere Informationsquellen sind blockiert. Unser Sender Russia Today ist ausgewiesen. Einige Journalisten sind ebenfalls ausgewiesen. Und natürlich, wenn man jeden Tag sagt, dass dieses das ist weiß, nein, das ist schwarz, dann wollen es glauben die Leute, weil sie die andere Meinung nicht hören. Das ist das Problem. Und da die Leute eben in diesem antirussischen Sinne erzogen werden, kommt es zu solchen Schlussfolgerungen. Das ist absolut klar.“

Er erwähnt die medizinische Zusammenarbeit: „Wenn sie keinen Bezug zu Russland haben – sie sprechen von der Medizin, das ist auch in Berlin, da mehrere Krankenhäuser, mehrere Ärzte, mehrere Kliniken –, dann war russische Kundschaft die Grundlage. Und bauen und alles für die Katz. Wie sagt man in Köln: Alles für die Katz.“

Die Medienabhängigkeit: „Mehrere Herausgeber sitzen nicht in Deutschland“

Newrow äußert sich zur Frage der Medienfreiheit: „Ich kämpfe nicht gegen die Medien. Erstmal ist es kontraproduktiv, macht eigentlich keinen großen Einfluss. Die Medien machen ihre Arbeit, wie sie diese Arbeit aus ihrem Gewissen verstehen. Wenn diese Medien von ihren, würde ich sagen, Chefs oder Chefredakteuren oder Herausgebern abhängig sind, dann müssen sie diese Medienpolitik betreiben, die ihnen diktiert wird. Unisono oder ausnahmsweise ist egal.“

„Aber einige Medien, die gute Traditionen gehabt haben – auch früher habe ich erlebt –, haben andere Farbecken gefunden, aber es geht nicht darum. Ich glaube, dass mehrere Herausgeber nicht in Deutschland sitzen, sondern irgendwo in anderen Staaten. Und die anderen Staaten, manche andere Staaten, das war wirklich immer ein Problem der Beziehung zwischen Russland und Deutschland. Und bei weitem nicht alle in Europa waren glücklich, wenn die Annäherung zwischen Russland und Deutschland positive Schritte machte. Zum beiderseitigen Nutzen. Diese Annäherung war ein Problem, und diese Annäherung wollten manche stören beziehungsweise vermeiden, lieber auseinander. Und ich schließe nicht aus, dass man das geschafft oder dass es gelungen ist.“

Auf die Frage, wen er meine, sagt Newrow: „Sie können dreimal raten aus Ihrer europäischen Geschichte. Dann werden Sie wohl verstehen, wer gegen die gute Beziehung zwischen Russland und Deutschland seit mehreren Jahrhunderten plädiert.“

Der Journalist sagt: „Da müssen Sie mir als geschichtlich schlecht gebildeten Menschen helfen.“ Newrow antwortet: „Ich helfe Ihnen dann in Ihrem Büro. Okay.“

Der Ursprung des Konflikts: „Er hat in den 90er Jahren angefangen“

Newrow erklärt: „Er ist angefangen schon in den 90er Jahren nach dem Zerfall der Sowjetunion. Da waren natürlich die – also viele Anstrengungen einiger westlicher Staaten wurden darauf orientiert, die Ukraine so weit wie möglich von Russland zu entfernen, mehr noch, die Ukraine zu einem Bollwerk gegen Russland zu verwandeln. Und das war zielstrebige Arbeit in dieser Hinsicht. Das hat entsprechende Früchte leider gebracht.“

„Wir waren sehr geduldig, hatten viel Geduld und viel Vertrauen, denn die Ukrainer, das Volk, das ist unser Brudervolk, und da haben wir keine Probleme mit dem Volk. Aber wir haben gesehen, wie die führenden Politiker die Sprache des Nationalismus genutzt haben, was jetzt zu diesen neonazistischen Erscheinungen geführt hat. Jetzt gibt es nur Blinde, die das nicht bemerken. Es geht jetzt um einen Kult der Nazi-Helfershelfer aus der Nazizeit, aus der Hitlerzeit. Sogar die Polen, in letzter Zeit – ich meine, die Politiker gehören nicht zu unseren besten Sympathisanten, aber sogar die polnischen Politiker haben den Augenmerk darauf gelegt –, denn alle diese Leute waren Mitglieder der antirussischen, nazistischen Formationen und der Bewegung.“

„Das war wirklich sehr schade, denn wir akzeptieren die Naziideologie total nicht. Das wissen Sie, der Nazismus, egal in welcher Ausprägung, in welcher Form ist für uns absolut nicht akzeptabel. Und Sie sehen, dass die nazistischen Parolen heute in der Ukraine eingesetzt werden.“

Die NATO-Erweiterung: „Kein Zentimeter nach Osten“

Newrow betont: „Die zweite Schiene, würde ich sagen, das ist die sogenannte NATO. Im Zuge der deutschen Einheit wurde es, wie Sie ganz bestimmt wissen und Ihre Zuhörerinnen und Zuhörer, dass uns versprochen wurde – wie gesagt, ein Mann, ein Wort von vielen westlichen Politikern –, dass die NATO keinen Zentimeter nach Osten geht. Keinen Zentimeter. Die Tinte des Vertrages 2+4 war noch feucht, als die erste Welle der Erweiterung ging, und insgesamt sechs Wellen der NATO-Erweiterung.“

„Die NATO proklamiert sich als eine friedliche Organisation, aber die Installierung der militärisch-technischen Infrastruktur in diesen neuen NATO-Ländern hat uns wirklich Sorgen gemacht. Sie wissen, wir wollten Anfang der nuller Jahre sogar der NATO beitreten. Haben solche Vorschläge unterbreitet. Es wurde uns gesagt: Nein, so geht es nicht. Dann haben wir gefragt, manch die Amerikaner und die NATO-Leute: Warum organisierte militärisch-technische Infrastruktur in der Nähe von unseren Grenzen? Wir sind doch Partner. Wir haben keinen eisernen Vorhang mehr. Wir haben solche vertrauensbildenden Maßnahmen. Wir haben sogar diesen Vertrag über den offenen Himmel, über die gemeinsamen Inspektionen, alles offen. Warum macht ihr das? Gegen uns? Ach wo? Nein, das ist nicht gegen euch, das ist gegen ein drittes Land. Dann können wir das irgendwie schriftlich festzurren, dass diese ganzen Vorbereitungen nicht – nein, Sie müssen uns vertrauen, wir sind Partner, wir sind Freunde. Und so in diesem Sinne ging es weiter.“

„Die Ukraine war ein Ziel der Erschließung, und das haben wir in den letzten Jahren absolut klar bemerkt, was auch die Militär- und Marinebasis im Süden anbetrifft. Ja, es gibt viele Merkmale. Wir haben diesen Krieg nicht angefangen.“

Das Selbstbestimmungsrecht: „In keinem anderen Land gab es solche Referenden“

Newrow argumentiert: „Einige Regionen der Ukraine – und das entspricht voll und ganz der These –, das Selbstbestimmungsrecht steht in der UNO-Charta. Das ist absolut klar. Territoriale Integrität. Ja, aber wenn die Regionen, wenn die Regierung, die zentrale Regierung nicht alle Regionen des Landes vertritt, dann ist das Selbstbestimmungsrecht absolut legitim. In keinem anderen Land gab es solche Referenden. Gab es Referenden in Kosovo? Können Sie mir das bitte sagen? Damals gab es keine, aber alle waren zufrieden, dass Kosovo aus Serbien schied. Alle haben eindeutig im Westen gesagt, es ist richtig so, das ist völkerrechtlich einwandfrei. Aber wenn der Donbass, Luhansk und Neurussland gegen die neuen Tendenzen in der Regierung von Kiew plädiert haben, dann war es schon gefährlich.“

„Und dann begann eine Antiterroroperation gegen diese Regionen, und die Regionen – ja, die sind russischsprachige Regionen. Meistens. Ja. Und da waren, da sind ums Leben gekommen Tausende, Tausende Opfer. Tausende Opfer. Deswegen haben nicht wir – die haben uns um Hilfe gebeten. Da gab es entsprechende parlamentarische und politische Prozedere und alles, was dazugehört, auch auf der Krim. Es gab ein Referendum auf der Krim, 90 Prozent für den Beitritt, Beitritt zu Russland, nach Hause, zurück nach Hause. Ganz zu schweigen davon, dass diese Regionen immer russischsprachig sind und die Krim und Sewastopol. Es waren ursprünglich russische Territorien. Sie kennen die Geschichte Katharinas der II. Und so entwickelte sich die Situation in diesem Sinne: russische Sprache, russische orthodoxe Kirche, und es kam dazu, dass wir – gut, wir wollten keinen Krieg.“

Die Minsker Abkommen: „8 Jahre haben wir versucht“

Newrow betont: „Dann kam es zu den Verhandlungen im Rahmen des Minsker Prozesses mit der Unterstützung unserer westlichen Politiker. Da wurden die Vereinbarungen getroffen, wonach die ukrainische Seite entsprechende Verpflichtungen erfüllen sollte. Ich erinnere mich nicht genau, 12 oder 13 – 13 Paragraphen.“

„Wir haben 8 Jahre versucht, die Erfüllung der Vereinbarungen auf der höchsten Ebene von Minsk und später von Paris wiederholt, noch mit dem anderen Präsidenten Poroschenko, zu realisieren, aber es wurde nichts realisiert. Später haben wir erfahren, dass seine gewählten Politiker gesagt haben, das war eigentlich nicht das Ziel, die Abkommen zu realisieren. Das war das Ziel, Zeit zu gewinnen, um das ukrainische Regime in entsprechender Weise mit Waffen zu sättigen.“

„Und dann haben wir 21 vorgeschlagen, Gesprächsfäden zu installieren. Im Dezember 21 ein Papier an die USA, an die NATO: Versuchen wir, alles per Verhandlungen zu regeln. Es wurde uns gesagt, das geht uns nichts an. Und so kam es zu einem bewaffneten Konflikt. Wir waren nicht an der Wiege.“

Der Staatsstreich 2014: „Das war ein Staatsstreich“

Newrow erklärt: „2014 gab es Verhandlungen in Kiew zwischen dem Präsidenten Janukowitsch damals, der war legitimer Präsident, und der sogenannten Opposition. Dann haben sie gemeinsam eine Koalitionsvereinbarung erzielt. Daneben saßen drei Außenminister der europäischen Staaten. Sie wissen, wen ich meine. Die haben diese Vereinbarung abgesegnet, aus Deutschland, aus Polen und aus Frankreich. Da war eine Kombination zugunsten der Opposition, vorgezogene Wahlen – eigentlich war alles darauf ausgerichtet, dass im Dezember, wenn ich mich nicht irre, die Wahlen stattfinden und die Opposition legitim an die Macht kommt. Am nächsten Tag begann der bewaffnete Staatsstreich, wo die Opposition die entsprechenden Häuser, Residenzen schon einnahm, und es ging richtig los.“

„Wir wurden damals gebeten von einigen westlichen Politikern, uns nicht einzumischen. Haben wir, wir mischen uns nicht ein. Das ist die Sache der Ukraine. Aber schauen Sie mal, der Präsident Janukowitsch war legitim. Man sagte, er ist weg. Nein, er war nicht weg. Er war in Charkiw in der Ukraine auf dem Parteitag seiner Partei. Ich erinnere mich schon nicht, wie sie heißt. Gut, aber er war dort, und erst nach drei Attentaten hat er die Ukraine verlassen. Auf alle Fälle, das war ein Staatsstreich, das ist eindeutig, wie das qualifiziert sein kann, natürlich objektiv völkerrechtlich betrachtet.“

„Und so ging es dann richtig los mit all den Komponenten, die ich schon genannt habe: Nationalismus, antirussische Stimmungen und die Absicht, die NATO zu erweitern. Denn 1990 haben wir die Ukraine als einen selbständigen Staat nach dem Zerfall der Sowjetunion anerkannt, und das stand in der Verfassung damals, in der Deklaration der neuen Ukraine: nicht paktgebunden, neutral, mehrsprachig und so weiter. Dann war alles weg, alles weg.“

Die Istanbuler Verhandlungen: „Johnson hat es verboten“

Newrow erklärt: „Die Ziele dieser Sonderoperation – das haben wir nie als einen richtigen Krieg interpretiert. Bis die westlichen Mächte sich eingemischt haben, sollte das alles sehr schnell zu Ende gehen. Schon im März 22, im Zuge der Verhandlungen zwischen der russischen und der ukrainischen Delegation, gab es einen ukrainischen Plan der Regelung. Einen ukrainischen Plan. Das waren die ukrainischen Vorschläge, mehr noch. Die waren, wie die Diplomaten sagen, die waren schon signiert und paraphiert, heißt es. Ja, wir haben das gesehen, haben gesagt: Okay, auf dieser Grundlage können wir reden. Unsere Truppen waren schon bei Kiew, da haben sie gesagt, können Sie im Sinne des guten Willens Truppen zurückziehen? Ja, haben zurückgezogen.“

„Dann wurde uns diese Provokation in Butscha inszeniert mit den gefallenen oder erschossenen angeblich russischen – das war schrecklich. Wir verlangen immer noch in der UNO die Klärung dieser ganzen Geschichte. Ja, aber dann kam der britische damalige Ministerpräsident Johnson und hat diesen Plan gesehen und hat verboten, dass die Ukrainer ihn unterzeichnen. Das ist kein Geheimnis mehr. Warum – das weiß doch jeder. Es gab die 300 Ihrer Freunde, die engsten Freunde, die die Annäherung zwischen Russland und der Ukraine nie gewollt haben. Jemand will, dass die Russen gegen die Ukrainer weiterkämpfen. Abschwächung der beiden Länder, möglicherweise die Zersetzung der russischen Wirtschaft. Ich zitiere: strategische Niederlage Russlands. Ich zitiere. Das waren die Ziele einiger Ihrer westlichen Alliierten, westlichen Politiker. Ja, so war es.“

Der Stellvertreterkrieg: „Wir kämpfen gegen die NATO“

Newrow erklärt: „Wir kämpfen gegen die NATO in der heutigen Situation. Das ist die Meinung vieler Politiker, denn die – wissen Sie –, die Aussagen, wir sind nicht beteiligt, wir sind keine Konfliktpartei, obwohl die Waffen, Munitionen, die Berater, die Ausbildung, die entsprechende Produktion, die enormen Summen der finanziellen, wirtschaftlichen bis in den Weltraum reichenden Unterstützung – die sind uns bekannt, und man kann alles sagen: Wir sind keine Konfliktpartei, wir stehen außerhalb. Wissen Sie, das überzeugt wohl vielleicht einen Teil der eigenen Bevölkerung, aber uns überzeugt es nicht. Wir erkennen, wer dahintersteht, und wie wurde unsere Bevölkerung zum Beispiel im Gebiet Kursk, das ist eine russische Region – wie wurden die deutschen Waffen, Leoparden mit Kreuz, entsprechenderweise aufgenommen? Na ja, Sie können sich vorstellen.“

Die roten Linien: „Unsere Geduld ist nicht grenzenlos“

Auf die Frage, wann Russland NATO-Stellungen außerhalb der Ukraine angreifen würde, antwortet Newrow: „Das steht – so viel ich verstehe, ich bin kein Militär, ich gehöre nicht zum Militärstab, wissen Sie. Aber bis jetzt gab es nur Zusicherungen und entsprechende Erklärungen auf der höchsten Ebene. Wir wollen keinen Krieg mit der NATO, wir wollen keinen Krieg mit Deutschland. Ja, wir sind natürlich sehr enttäuscht, wenn vor kurzem die britischen Kollegen gesagt haben, wir geben jetzt die Langstreckenraketen oder wie die alle heißen, damit die Ukrainer die entfernten russischen Gebiete in der Tiefe erreichen können. Und das machen wir. Und dann waren wir natürlich stark empört und haben gesagt: Wenn Sie solche Position einnehmen, dann sind diese Ziele legitim auch für uns. Ihre Ziele, wissen Sie.“

„Wir sind sehr enttäuscht über die Position der westlichen Staaten, vieler westlicher Staaten. Das heißt, das ist ja eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Russland – also die Ukraine kann mit westlichen Waffen russische Munitionsdepots, Produktionsanlagen auf russischem Grund treffen. So, und jetzt gucken Sie als Land zu, wie Sie wissen, wo die Munitions- und Waffenproduzenten oder Produktionsanlagen auf NATO-Grund sind. Ja, Sie wissen, da werden Waffen gebaut für den Kampf in der Ukraine, und aktuell ist es so, dass sie warten, bis diese Lieferung in der Ukraine eintrifft, um diese Depots dann zu attackieren. Und Sie sagen: Wenn die Ukraine mit westlichen Waffen in der Lage ist, russische Militäroperationen oder Produktionsanlagen zu treffen, und die das tun, was sie aktuell, glaube ich, tun, werden Ziele auf NATO-Gebiet, also möglicherweise auch auf deutschem Gebiet, legitime Ziele für Russland.“

„Ich hoffe, dass es dazu nicht kommt. Ich hoffe, dass die Vernunft auch bei den westlichen Politikern gewinnt. Wir sind, wie Sie wissen, noch nicht bereit, unsere mächtigsten Waffen zu nutzen. Es gibt entsprechende Nukleardoktrinen dazu. Aber wissen Sie, unsere Geduld ist auch nicht grenzenlos, und insbesondere, weil das Kiew-Regime jetzt nur terroristische Methoden nutzt gegen die Zivilbevölkerung, gegen die entsprechenden Objekte, wo die Kinder, wo Universitäten oder Schulen oder diese Hochschule in Starobilsk, wo 21 Schüler getötet wurden, gezielt, keine Militärobjekte in der Nähe, wo die Reisebusse gezielt beschossen werden.“

„Wissen Sie, das ist – und niemand sagt im Westen: ‚Was macht ihr? Was macht ihr Leute? Warum? Wieso?‘ Wir haben prinzipienfeste Aufgaben: Gegen zivile Ziele kämpfen wir nicht. Energie, ja, militärische Objekte, ja, militärische Logistik, ja, militärische Infrastruktur, ja, entsprechende Verkehrswege, Transport, ja, aber nicht gegen die Zivilisten. Aber die Ukrainer unterbringen die militärischen Objekte unter den zivilen Objekten, und das bringt natürlich Opfer. Schade, schade. Aber das ukrainische Regime heute macht das zielbewusst und zielstrebig gegen die zivile Bevölkerung und zivile Objekte, und das ist sehr, sehr gefährlich.“

Die deutschen Politiker: „Wadepfuhl und Merz haben keine Kontakte“

Newrow bestätigt auf Nachfrage: „Es gab keine Kontakte mit dem geschätzten Herrn Bundesminister Wadepfuhl auf der Ministerebene.“ Und zur Frage, ob der deutsche Botschafter in Moskau kein Russisch spricht: „Was die Ernennung der deutschen Botschafter in Moskau anbetrifft, bitte sprechen Sie mit der Abteilung des Auswärtigen Amtes. Okay.“

Die russischen Kriegsgräber: Ein Zeichen der Versöhnung

Newrow betont die Bedeutung der russischen Kriegsgräber in Deutschland: „Wir haben hier mehr als 4000 russische Kriegsgräber, wo 700.000 Sowjetbürger liegen, überall in Deutschland, Westen, Osten. Ja, da sind Soldaten, da sind Kriegsgefangene, und das sind Zwangsarbeiter, Verschleppte. Und diese Kriegsgräber müssen gepflegt werden. Wir haben ein entsprechendes Regierungsabkommen aus dem Jahr 93, glaube 1993, ja, wo die entsprechenden Anstrengungen auch auf der deutschen Seite liegen.“

„Wir haben gute Kontakte mit dem deutschen Volksbund Kriegsgräber – deutsche, deutscher Volksbund –, gute Kontakte. Wir arbeiten immer noch zusammen. Wir machen Umbettungen, wir enthüllen neue Namen. Und wir sind grundsätzlich mit diesem Bereich zufrieden, denn das ist sehr sensibel, sehr sensibel, im Unterschied zu der Ukraine, sorry, Polen oder anderen baltischen Staaten, wo russische Denkmäler planiert werden, verschwinden. Ja, wir schätzen diese Schiene unserer bilateralen Beziehungen, und ich hoffe sehr, ich werde morgen auch einige Kriegsgräber besuchen hier in Ihrem Bundesland, in Ihrem schönen Bundesland, wo es auch sehr viele gibt. Sehr viele, meistens KZ- oder Stalag-Häftlinge, Verschleppte, sehr viele allein im Stuckenbrock, hier nicht weit, Stuckenbrock, da liegen 60.000, in Herne 20 + 30, egal, sehr viele, denn der Umgang mit den russischen Kriegsgefangenen war schrecklich. Wir sprechen immer noch von dem Genozid.“

Die deutsch-russischen Beziehungen: „Wir haben versucht zu retten, was zu retten war“

Newrow erklärt: „Wir haben versucht, das zu retten, was noch zu retten war. Ich habe mich bemüht, das zu machen. Na, zum Beispiel nehmen wir eine sehr sensible Sphäre, einen sensiblen Bereich, das ist Erinnerungskultur, und zwar die Kriegsgräber, die russischen Kriegsgräber in Deutschland.“

Er betont: „Wir haben Deutschland nichts angetan. Überhaupt in der gesamten Nachkriegsgeschichte haben wir uns bemüht, mit den deutschen, vernünftigen deutschen Politikern aller Parteien – egal ob schwarz, blau, rot, violett ist egal – eine gemeinsame Sprache zu finden. Zum beiderseitigen Nutzen.“

Die Bedingungen für Frieden: „Alle wissen, was wir meinen“

Auf die Frage, was es für Frieden brauche, antwortet Newrow: „Guten Willen der ukrainischen – erst einmal der ukrainischen Führung. Falls sie – weiß noch nicht – nicht ganz legitim ist, verfassungsmäßig nicht legitim, die vernünftige Position der europäischen Staaten, weil bis jetzt diese Ultimaten, die uns gestellt werden aus verschiedenen Ebenen, werden wir ernsthaft nicht aufnehmen, nicht betrachten und nicht bearbeiten sogar.“

„Wir sehen, dass die US-Administration, die neue US-Administration ehrlich interessiert ist, den Konflikt zu lösen. Wir sehen diese Anstrengungen von Präsident Trump, und da waren diese Überlegungen von Ankara, die für uns akzeptabel waren, einschließlich guter Kompromissbereitschaft. Ja, aber wir konnten auf dieser Grundlage sprechen. Aber dann haben wir einen gewissen Widerstand erfahren aus einer anderen Seite, aus Europa, und das ist natürlich nicht erfreulich.“

„Alle Voraussetzungen für einen richtigen Frieden sind unseren Kollegen in der Ukraine und im Osten, im Westen bekannt. Provisorische Waffenruhe geht nicht. Dauerhafter Frieden, gesichert, Sicherheitsgarantien mit allen den Floskeln, mit allen diesen Thesen, was schon mehrmals von dem Präsidenten Putin verlautbart wurde und von unserem Außenminister. Alle wissen, was wir meinen. Nichts mehr, nichts mehr, aber auch nichts weniger.“

Die Zukunft: „Freundschaft mit Russland brachte immer positive Ergebnisse“

Newrow fasst zusammen: „Freundschaft mit Russland, gute Beziehungen mit Russland, Vertrauen mit Russland brachte dem deutschen Volke immer positive Ergebnisse und positive Entwicklungen. Schlechte Beziehungen brachten uns beiden Völkern Katastrophen und Tragödien. Schluss damit.“

Handlungsempfehlungen für eine friedliche Zukunft

Die Aussagen des russischen Botschafters bieten konkrete Ansatzpunkte für eine friedliche Lösung:

1. Dialog statt Konfrontation. Newrow betont mehrfach die Bereitschaft Russlands zum Dialog. „Wir haben uns bemüht, mit den deutschen, vernünftigen deutschen Politikern aller Parteien eine gemeinsame Sprache zu finden.“

2. Verstehen Sie die historische Dimension. Die deutsch-russischen Beziehungen waren über Jahrhunderte von Zusammenarbeit und gegenseitigem Nutzen geprägt. „Wir haben für Deutschland nur Gutes getan.“

3. Hinterfragen Sie die Medienberichterstattung. Newrow weist auf die Einseitigkeit der westlichen Medien hin. „Wenn man der Bevölkerung immer wieder sagt, die Russen sind schlecht, dann glauben die Leute, weil sie die andere Meinung nicht hören.“

4. Erkennen Sie die NATO-Erweiterung als Problem. „Die Tinte des Vertrages 2+4 war noch feucht, als die erste Welle der Erweiterung ging, und insgesamt sechs Wellen der NATO-Erweiterung.“

5. Verstehen Sie den Staatsstreich 2014. „Das war ein Staatsstreich, das ist eindeutig.“

6. Erkennen Sie die verpasste Chance der Istanbuler Verhandlungen. „Dann kam der britische damalige Ministerpräsident Johnson und hat diesen Plan gesehen und hat verboten, dass die Ukrainer ihn unterzeichnen.“

7. Verstehen Sie die roten Linien. „Wir wollen keinen Krieg mit der NATO, wir wollen keinen Krieg mit Deutschland. Aber unsere Geduld ist auch nicht grenzenlos.“

8. Setzen Sie sich für Frieden ein. „Alle Voraussetzungen für einen richtigen Frieden sind unseren Kollegen in der Ukraine und im Osten, im Westen bekannt. Provisorische Waffenruhe geht nicht. Dauerhafter Frieden, gesichert, Sicherheitsgarantien.“

Fazit: Ein Appell an die Vernunft

Das Gespräch mit dem russischen Botschafter Sergej Newrow ist ein seltenes Dokument der Offenheit und des Dialogs in einer Zeit, in der die Kommunikation zwischen Russland und dem Westen fast vollständig abgebrochen ist. Newrow betont mehrfach die Bereitschaft Russlands zum Dialog, die historische Verbundenheit mit Deutschland und die Gefahr einer weiteren Eskalation.

„Freundschaft mit Russland, gute Beziehungen mit Russland, Vertrauen mit Russland brachte dem deutschen Volke immer positive Ergebnisse und positive Entwicklungen. Schlechte Beziehungen brachten uns beiden Völkern Katastrophen und Tragödien. Schluss damit.“

Diese Worte des Botschafters sind ein eindringlicher Appell an die Vernunft – an die Vernunft der deutschen Politik, der westlichen Staaten und nicht zuletzt der deutschen Bevölkerung. Die Frage ist, ob dieser Appell gehört wird.


Dieser Artikel basiert auf dem Interview mit dem russischen Botschafter Sergej Newrow. Die dargestellten Positionen sind als solche zu verstehen und laden zur Auseinandersetzung ein.

Bild: KI-generiert

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