Im Juli 2004 setzte sich Christopher Bryson mit Paul Connett vom Fluoride Action Network zusammen und besprach die Ergebnisse seines neuen Buches „The Fluoride Deception“ – Die Fluorid-Lüge. „The Fluoride Deception“ wurde im Mai 2004 von Seven Stories Press veröffentlicht. Das Buch basiert auf nahezu zehn Jahren Recherche von Christopher Bryson, einem preisgekrönten Journalisten und ehemaligen Produzenten bei der BBC. In diesem Interview wurde Bryson gebeten einige der wichtigen Figuren und Institutionen vorzustellen, die eine Rolle bei der Gestaltung der öffentlichen Politik zur Toxizität von Fluorid und der angeblichen Sicherheit des umstrittenen Programms zur Wasserfluoridierung gespielt haben.
Christopher Bryson:
Im Jahr 1993 arbeitete ich im Rockefeller Center in New York als Radioproduzent für die BBC, als ich einen Anruf aus London erhielt. Es gab einen lokalen Streit um die Fluoridierung des Trinkwassers im Norden Englands, in Leeds, und die Produzenten – es war eine Radiosendung am Tag namens „You and Yours“ – fragten mich: „Chris, was weißt du über Fluorid? Was denken die Amis über Fluorid? Gibt es eine amerikanische Perspektive?“ Das war eine mir sehr vertraute Anfrage: Gibt es eine amerikanische Perspektive zu dieser Thematik? Und ich sagte: „Schaut, ich kenne mich mit Fluorid überhaupt nicht aus. Ich habe keine Ahnung von Fluorid. Aber lasst mich ein paar Telefonate führen und sehen, ob ich euch helfen kann.“ Mein erster Anruf ging an Ralph Nader in Washington. Ich bin mir nicht sicher, warum ich Ralph Nader anrief, aber es war eben ein Verbraucherthema und Ralph Nader widmete sich Verbraucherthemen. So dachte ich, ich rufe ihn einfach mal an. Ich erreichte ihn, und er sagte: „Schauen Sie, ich weiß nicht besonders viel über die Fluoridierung des Wassers, aber ich hatte nie wirklich ein gutes Gefühl dabei. Hier sind die Namen von ein paar Wissenschaftlern, mit denen Sie sprechen sollten.“ Und er gab mir die Namen von Dr. William Hersey, der damals wie heute Chemiker bei der Umweltschutzbehörde ist, und Dr. Robert J. Carton. Bob Carton war früher bei der EPA, war aber zu dieser Zeit bei der US-Armee. Ich fuhr nach Washington und traf mich mit Dr. Hersey und Dr. Carton, und sie erklärten mir, dass die Sicherheitsstandards für die Fluoridierung des Trinkwassers in diesem Land auf Betrug und Fälschung in der Wissenschaft basieren.
Die Aluminiumindustrie und die Fluoridierung
Fluorid-Befürworter werden sagen, daß es zwei Sichtweisen zum Thema Fluorid gibt. Es gibt die industrielle Sichtweise und es gibt die zahnmedizinische Perspektive, und selten treffen sich diese beiden zu einem Konsens. Doch das stimmt nicht. Die Sichtweisen sind sehr eng und sehr tief miteinander verflochten. Sie sind von Anfang an miteinander verwoben. Der allererste Vorschlag, Fluorid dem öffentlichen Trinkwasser zuzusetzen, wurde von einem Forscher namens Gerald Cox am Mellon Institute in Pittsburgh gemacht. Cox interessierte sich für Fluorid aufgrund des Hinweises von Francis Frary. Francis Frary ist der Direktor des Aluminium-Labors der Aluminum Company of America. Er ist sehr besorgt über die Fluoridverschmutzung rund um Aluminiumwerke. Er ist sehr besorgt darüber, was das Fluorid mit den Arbeitern in diesen Aluminiumwerken macht. Aber sein Vorschlag an Gerald Cox ist, die zahnmedizinischen Auswirkungen von Fluorid zu untersuchen. Und auf Basis dieses Vorschlags unterbreitet Gerald Cox seinen Vorschlag, Fluorid dem öffentlichen Trinkwasser zuzusetzen. Direkt an der Quelle des Stroms findet man die Aluminiumindustrie.
„Der derzeitige Trend zur vollständigen Entfernung von Fluorid aus Wasser und Lebensmitteln muss möglicherweise umgekehrt werden“.
Gerald Cox, 1939
Das Mellon-Institut: Wissenschaft zum Anheuern
Cox‘ Vorschlag, Fluorid dem öffentlichen Trinkwasser zuzusetzen, muss im Hinblick darauf verstanden werden, wer es gesagt hat, wo er es gesagt hat und welche Bilanz das Mellon Institute vorzuweisen hatte. Das Mellon Institute war ein führender Verteidiger von Asbest für die Asbestindustrie. Sie sah sich die Industrie einer gewaltigen, lähmenden Klagewelle von Menschen gegenüber, deren Gesundheit durch Asbest geschädigt wurde oder die durch Asbest gestorben sind.
Über Generationen hinweg produzierte das Mellon Institute Forschungsergebnisse, die besagten, dass Mesotheliom (Mesotheliom bezeichnet einen seltenen Tumor des Weichteilgewebes) durch etwas anderes als Asbest verursacht werde. So muss man auch die Fluoridfrage verstehen. Die Industrie machte sich Sorgen über Fluoridverschmutzung und über Klagen ähnlichen Ausmaßes wegen Fluoridverschmutzung. Es ist also kein Zufall, dass das Mellon Institute als erstes vorschlug, Fluorid dem öffentlichen Trinkwasser zuzusetzen.
Rechtsstreitigkeiten über Fluoridverschmutzung im 20. Jahrhundert.
Es ist ziemlich erstaunlich in welchem Ausmaß Umweltschützer nicht über Fluorid aufgeklärt wurden. Ich bin Reporter. Ich bin kein Wissenschaftler oder Arzt. Ich zitiere Dokumente. Ich beziehe mich auf Gerichtsverfahren, wenn ich Fluorid als ein großes industrielles Luftschadstoffmittel bezeichne. Tatsächlich war es nach dem Kalten Krieg der führende Luftschadstoff. Das sind nicht meine Worte. Das ist nicht meine Meinung. Das ist eine quantitative Einschätzung von Industrieexperten über das Ausmaß der Klagen, mit denen sie konfrontiert waren.
„Luftgetragene Fluoride haben weltweit mehr Schäden bei Haustieren verursacht als jeder andere Luftschadstoff“.
Landwirtschaftsministerium, 1970
Dr. Edward Groth, leitender Wissenschaftler, Verbraucherverband
Zwischen 1967 und 1968 war Fluorid für mehr Schadensersatzklagen gegen die Industrie verantwortlich als alle zwanzig (national überwachten Luftschadstoffe) zusammen.“
Fluorid: Der geschützte Luftschadstoff?
Die berüchtigtste Luftverschmutzungskatastrophe in der Geschichte der USA war der Halloween-Luftverschmutzungszwischenfall in Donora, Pennsylvania, einer Industriestadt südlich von Pittsburgh, wo ein paar Dutzend Menschen starben und mehrere Tausend verletzt wurden, weil Abgase aus einem US-Stahlwerk durch eine Inversionswetterlage eingeschlossen wurden. Nach diesen Todesfällen untersuchte ein Forscher, der Chemiker Philip Sadler, die Vorfälle. Er führte Blutanalysen durch und stellte bei einigen der Verletzten und Verstorbenen hohe Fluoridwerte im Blut fest. Er veröffentlichte diese Daten zusammen mit weiteren Ergebnissen, die hohe Fluoridwerte in der Vegetation und viele andere Indizien für eine Fluoridvergiftung zeigten. Sadler veröffentlichte seine Forschung in Chemical and Engineering News, aber der Public Health Service (das US-Gesundheitsamt) erklärte öffentlich, Fluorid sei nicht verantwortlich gewesen. Es sei eine Mischung aus Luftschadstoffen und schlechtem Wetter gewesen, die die Katastrophe verursacht habe. Nun, ich habe ein Memo der Aluminum Company of America gefunden, in dem sie heimlich Blut von einem der Verstorbenen erhalten hatten, und ihre Messwerte waren fast genau dieselben wie die von Philip Sadler. Das Verharmlosen der Rolle von Fluorid bei diesem Luftverschmutzungszwischenfall ist wirklich sinnbildlich für das, was im letzten halben Jahrhundert passiert ist und erklärt, warum Umweltschützer ihre eigene Geschichte nicht kennen. Dieser Zwischenfall aus Donora hat die Umweltbewegung ins Rollen gebracht, aber Umweltschützer wissen nicht, dass es mit ziemlicher Sicherheit durch Fluorid verursacht wurde.
Fluorid und die Atombombe: Der Interessenkonflikt von Harold Hodge
Das Buch betrachtet sehr genau die Rolle eines wichtigen Wissenschaftlers – Dr. Harold Hodge – in der Fluorid-Debatte. Dr. Harold Hodge war während des größten Teils des Kalten Krieges der führende wissenschaftliche Verteidiger der Sicherheit niedriger Fluorid-Dosen und der positiven Auswirkungen der Wasserfluoridierung. Dr. Harold Hodge – ein angesehener Toxikologe im Rochester-Team – hat die Sicherheit der Fluoridierung sorgfältig untersucht. Kein Wissenschaftler wurde vom Gesundheitsestablishment in Bezug auf Fluorid mehr vertraut als Dr. Harold Hodge. Er war eine sehr hochrangige Persönlichkeit und agierte fast während seiner gesamten wissenschaftlichen Laufbahn auf höchster Ebene.
„Fluorid ist bei einem Teil pro Million sicher. Das bringt uns zurück zum grundlegenden Punkt: Fluorid ist sicher, und ich denke, ich kann abschließend sagen, dass es kein Gesundheitsrisiko gibt, das eine Verschiebung der Wasserfluoridierung rechtfertigen würde.“
Harold Hodge, 1957
Harold Hodge – wie wir jetzt wissen – war einer der Mitorganisatoren der Humanstrahlungsexperimente (radioaktive Bestrahlungsexperimente am Menschen), bei denen Bürger in Krankenhäusern in Rochester und in Oak Ridge von Wissenschaftlern unter der Leitung von Harold Hodge mit Plutonium injiziert wurden. Darüber wurde ein ganzes Buch geschrieben.
Wir wissen unter anderem durch die Arbeit von investigativen Journalisten wie Aileen Wilson, die einen Pulitzer-Preis dafür gewann, die die Namen der Menschen herausfand, die mit Plutonium von Harold Hodge injiziert worden waren. Harold Hodges Name tauchte in diesem Buch auf und kam auch in der anschließenden präsidialen Untersuchung zu den Humanstrahlungsexperimenten zur Sprache.
Welche Verbindung bestand, als Harold Hodge und die Universität Rochester Menschen mit Plutonium und Uran injizierten und uns gleichzeitig bezüglich der Sicherheit von Fluorid beruhigte?
Harold Hodge war der leitende Toxikologe des Manhattan-Projekts, der Gruppe von Wissenschaftlern und Ingenieuren, die während des Zweiten Weltkriegs und in den frühen Jahren des Kalten Krieges die Atombombe entwickelt haben. Hodge war dafür verantwortlich, die Toxizität vieler der bei der Herstellung der Atombombe verwendeten Chemikalien zu untersuchen. Eine der Chemikalien, die besonders besorgniserregend war, ist Fluorid. Das Manhattan-Projekt benötigte enorme Mengen an Fluorid, um Atomwaffen herzustellen, um die Bombe zu bauen, die auf Hiroshima abgeworfen wurde. Daher war das Manhattan-Projekt über die Toxizität von Fluorid besorgt.
Aufgrund von Beschwerden, dass Tiere und Menschen durch Fluoriddämpfe (in dem Gebiet von New Jersey) geschädigt wurden, führt die Universität von Rochester Experimente durch, um die toxische Wirkung von Fluorid zu ermitteln.“ –
Oberstleutnant Cooper B. Rhodes an General Leslie Groves, 2. Mai 1946
Die Dokumente, die ich zusammen mit Joel Griffiths in den Akten des Manhattan-Projekts und der Atomenergiekommission gefunden habe, sind sehr klar und sehr eindeutig. Die Toxikologieabteilung der Universität Rochester, die unter der Leitung von Harold Hodge stand, wurde gebeten, medizinische Informationen zu liefern, die der Regierung in Gerichtsverfahren helfen könnten, in denen die US-Armee und die US-Regierung wegen Fluoridverschmutzung angeklagt wurden.
„Informationen, die zu Ansprüchen gegen die Atomenergiekommission oder ihre Vertragspartner auffordern oder ermutigen, sollten in den zu veröffentlichenden Artikeln umformuliert oder gestrichen werden.“ –
ATOMENERGIEKOMMISSION, 8. Oktober 1947
Wie nun durch freigegebene Regierungsdokumente enthüllt wurde, war die Veröffentlichung von wissenschaftlichen Informationen, die von Wissenschaftlern der Atomenergiekommission wie Harold Hodge gesammelt wurden und die die Wahrscheinlichkeit von Klagen gegen das Bombenprogramm durch Arbeiter oder Anwohner erhöhen könnten, verboten. Wenn sich herausgestellt hätte, dass die Trinkwasserfluoridierung schädlich ist, wären das US-Bombenprogramm sowie viele andere Fluorid-verschmutzende Industrien massiven Klagen ausgesetzt gewesen.
Es bestand also keinerlei Hoffnung, dass Harold Hodge jemals sagen würde, dass die Trinkwasserfluoridierung gefährlich sei oder dass Fluorid in kleinen Dosen giftig. Denn wenn Harold Hodge das gesagt hätte, hätte er dem US-Militär und dem Projekt zum Bau von Atomwaffen den Boden unter den Füßen weggezogen.
„Die Dokumente deuten darauf hin, dass die Fluoridforschung der Universität Rochester (…) in Erwartung von Klagen gegen das Bombenprogramm wegen menschlicher Schädigung durchgeführt wurde. Studien, die von den Angeklagten zu Prozesszwecken durchgeführt wurden, würden heute nicht als wissenschaftlich akzeptabel gelten, da sie von vornherein darauf ausgerichtet waren, die Unbedenklichkeit der Chemikalie zu beweisen.“
Jacqueline Kittrell, Anwältin für öffentliches Interesse, 1997













